„Wie sieht Menstruation wirklich aus?“ – das Fotoprojekt „How We Bleed“

+++ TRIGGERWARNUNG – Explizite Darstellung von menstruellem Blut +++

Habt ihr schon mal Menstruation oder Periode gegoogelt? Wenn ja, wird euch sicher aufgefallen sein, dass die visuelle Darstellung stark von dem abweicht, was man aus dem eigenen Höschen so kennt.

Periodenblut wird oft blau, vermeintlich „sauber“ dargestellt und wenn doch mal rote Farbe zum Einsatz kommt, dann ist das tatsächlich Farbe, viel zu hellrot, künstlerisch drapiert und einfach schön. Sei es in Werbespots oder in den Sozialen Medien, die weibliche Menstruation wird ästhetisiert. Wir sind uns einig: das entspricht nicht der Wahrheit – die Menstruation ist nicht immer ästhetisch, sie ist blutig, dunkelrot und manchmal auch ganz schön „viel“. 

Dass die visuelle Darstellung der Periode nicht realistisch ist, das weiß auch Fotografiestudentin Franziska Lange aus Berlin. Sie fragte sich in ihrer Bachelorthesis: Wie sieht Menstruation wirklich aus? Stundenlanges Googlen half nicht und so startete Franziska mit How We Bleed um das Tabu rund um die Monatsblutung aufzulösen.

„Wenn du Menstruation googelst, wirst du erschlagen von ästhetisierten, technischen, gelogenen Bildern“

How We Bleed ist ein dokumentarisches Fotoprojekt, das anonyme Einsendungen tatsächlicher Menstruationsbilder sammelt. Die Bilder stammen von menstruierenden Menschen, die selbst Fotos ihrer benutzten Binden, Tampons, blutigen Kondomen, „Unfällen“ im Bad oder der Lieblingsjeans geschossen haben und sie Franziska zur Verfügung gestellt haben.

Angefangen hat Franziska mit dem Aufruf in den Sozialen Medien, was sich anfangs noch in einer thematischen Blase befand, war schnell in aller Munde.

Mittlerweile hat Franziska über 800 Fotos von menstruellem Blut in ihrer Fotogalerie. Neben komischen Blicken, klassischer Hatespeech und fragenden Gesichtern bekommt Franziska hauptsächlich positives Feedback.

Besonders menstruierende Personen sind glücklich über das Projekt – über die Monate hat Franziska eine richtige Galerie erstellt und bekommt immer wieder das Feedback, dass Menstruierende froh sind, neben ihrer eigenen Menstruation auch mal zu erfahren, wie das Ganze bei anderen so aussieht.

„Mit jedem Foto wird das Motiv normaler“

Auch für Franziska selbst waren die ersten Einsendungen ungewohnt – kein Wunder, denn solche Bilder bekommt man nirgends zu Gesicht. Mit der Zeit stellt sich aber laut Franziska eine Gewohnheit ein und die Bilder und die Kommunikation darüber werden ganz „normal“.

Und das ist gut so, denn nichts anderes ist die Menstruation – ganz normal für die meisten von uns.

Danke für deine Offenheit, Franziska und viel Erfolg mit How We Bleed!

Fotocredit: Franziska Lange How We Bleed Project

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