„Sichtbar sein und Unterstützung suchen!“

Ulrike Handel, CEO dentsu Deutschland & DACH zur Frage, was Frauen für einen Karriereboost unbedingt brauchen.

Frauen in Führungspositionen – die einen sagen, wir brauchen mehr davon, andere vermuten, dass Frauen gar nicht mehr unbedingt führen wollen.

Ulrike Handel führt 3.000 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen einer der größten Beratungsagenturen für Digital, Kommunikation und Media im deutschsprachigen Raum.

Auf die Frage, was Frauen tun können, um zumindest ähnlichen Erfolg im Job zu haben sagt sie, müssten sie es zunächst vor allem selbst wollen.

Und dann:

„Ich bin davon überzeugt, man muss sichtbar und damit gleichzeitig präsent sein. Zusätzlich empfehle ich immer, sich einen Mentor oder eine Mentorin zur Unterstützung zu suchen, der oder die auf dem Weg auch Sparringspartner oder -partnerin ist. Jemand der durchaus schon selbst in einer Position ist, in der sie oder er über die Förderung und Beförderung entscheiden kann.“

Netzwerke helfen auf jeder Karrierestufe

Zweiter wichtiger Punkt in Sachen Erfolg seien Netzwerke, und zwar schon VOR dem Karrierestart:

„Ich persönlich finde Netzwerke unglaublich wichtig. Das geht eigentlich schon im Studium los – man trifft Menschen, verbindet sich mit ihnen, tauscht sich zu allem aus, kann immer Fragen stellen und neues lernen. Teams führen und in einer Führungsposition sein bedeutet oft, sich in neuem, unbekanntem Terrain zu bewegen. Und um sich dort nicht zu unsicher zu fühlen, ist es hilfreich jemanden zu kennen, den man fragen kann. Und zwar auf jeder Karrierestufe.“

Die Kommunikations- und Marketingbranche, in der Ulrike Handel für Kunden in Deutschland, Österreich und der Schweiz arbeitet, ist von Haus aus eine recht ausgeglichene und gleichberechtigte, 60 Prozent der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sind Frauen. Das viel diskutierte Thema Gendern ist auch hier präsent.

„Es wäre ja schließlich auch schade, wenn wir die Hälfte des Arbeitsmarktes verschenken“

„Ich spreche mein Team mit „Liebe Kolleginnen und Kollegen“ an. Ich sehe aber durchaus aufgrund gelernter Mechanismen und Gewohnheiten in bestimmten Bereichen, dass automatisch und gerne vom „neuen Mitarbeiter“ gesprochen wird, also tendenziell eher eine männliche Besetzung einer neuen Stelle im Kopf ist. Das fällt mir auf und das diskutiere ich dann auch mit den Teams. Uns ist klar, dass wir aufpassen müssen und nicht voreingenommen sein dürfen. Das wäre ja schließlich auch schade, wenn wir die Hälfte des Arbeitsmarktes „verschenken“ bzw. außen vorlassen würden.“

… und genau darauf kommt es an: sensibel und reflektiert im Thema Diversität zu sein und entsprechend darauf zu reagieren. Das gesprochene „I“ wie in Kolleg*Innen oder Lehrer*Innen lehnt sie strikt ab:

„Ich persönlich finde Sprache etwas sehr Wichtiges und das gesprochene „I“ ist für mich eine Sprachverunglimpfung, die nicht meinem natürlichen Sprachgebrauch entspricht. Ich glaube auch nicht, dass eine Sprachweise etwas verändert, sondern wie und mit welchen Werten etwas gelebt wird. Ich bin für Frauen und Männer, Junge und Alte da, ich sehe den Menschen, den Charakter, das Talent und bin für alle ansprechbar und möchte dabei keinen Unterschied machen.“

Vielen Dank Ulrike Handel, CEO Dentsu Deutschland & DACH.

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