Lese-Tipps von FEMOTION RADIO-Moderatorin Antje Radünz

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Einer Studie zufolge kann Lesen den aktuellen Stresspegel um bis zu 68 Prozent senken! Was machen wir mit dieser Nachricht? Richtig, wir atmen tief durch, holen uns ein gemütliches Kissen und verbringen den Rest des Tages auf der Couch – mit einem guten Buch in der Hand.

Tipps und Inspirationen für euren persönlichen Lese.Marathon gibt’s von FEMOTION RADIO-Moderatorin Antje:

„Die Mitternachtsbibliothek“ von Matt Haig. 

In Nora Seeds Leben läuft einfach alles schief. Sie verliert ihren Job und ihre Katze und hat kaum noch Kontakt zu den Menschen, die ihr etwas bedeuten. Unwillkürlich fragt sie sich: Würde mich überhaupt jemand vermissen, wenn ich nicht da wäre, wäre es nicht sogar eine Erleichterung für die Welt, wenn ich nicht mehr existieren würde? Und so beschließt sie aus lauter Einsamkeit und Verzweiflung, sich das Leben zu nehmen.

Der Versuch ging allerdings in die sprichwörtliche Hose, denn anstatt nie wieder aufzuwachen, findet sie sich plötzlich in der Mitternachtsbibliothek wieder. Einem Ort, an dem all die Leben auf sie warten, die sie hätte führen können, wenn, ja wenn sie sich an irgendeinem Punkt ihres Lebens für einen anderen Weg entschieden hätte. Und plötzlich hat sie die Möglichkeit diese vielen Leben anzuprobieren und zu erfahren, was sie wirklich glücklich macht.

Die Idee dieses Buches finde ich unglaublich faszinierend. Wer von uns hat sich nicht schon oft gefragt, was wäre wenn? Wie würde mein Leben aussehen, wenn ich mich an bestimmten Punkten einfach anders entschieden hätte? Wäre ich dann glücklicher?

Matt Haig nimmt uns mit in Noras Geschichte mit ihren vielen Möglichkeiten. Und erzählt und die so nah und ehrlich, dass wir völlig in die Geschichte eintauchen können. 

Ich habe das Buch in einem Rutsch durchgelesen und fand es fantastisch. Definitiv eine Leseempfehlung von mir! "Die Mitternachtsbibliothek" wird auf jeden Fall nicht mein letztes Buch von Matt Haig sein.

„Ungezähmt“ von Glennon Doyle. 

Seit ihrem zehnten Lebensjahr strebt Glennon Doyle danach, gut zu sein: eine gute Tochter, eine gute Freundin, eine gute Ehefrau – so wie die meisten Frauen schon als Mädchen lernen, sich anzupassen. Doch statt sie glücklich zu machen, hinterlässt dieses Streben zunehmend ein Gefühl von Müdigkeit, Über- und Unterforderung. Glennon – erfolgreiche Bestsellerautorin, verheiratet, Mutter von drei Kindern – droht, sich selbst zu verlieren. Bis sie sich eines Tages Hals über Kopf in eine Frau verliebt – und endlich beschließt, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen.
«Wenn du dafür bereit bist, wird dieses Buch dein Hirn erschüttern und deine Seele zum Schreien bringen. Lies dieses Buch und hab einen Stift zur Hand, um Notizen zu machen, denn du wirst darauf zurückkommen wollen. Vertrau mir!» - Adele 
«Dieses Buch ist so vollgepackt mit unglaublichen Einsichten darüber, was es heute bedeutet, eine Frau zu sein, was es bedeutet, 'gut' zu sein, und was Frauen alles tun, um geliebt zu werden. Ich schwöre, ich habe in JEDEM Kapitel etwas markiert.» - Reese Witherspoon
Es sind berührende Erzählungen, die zum Nachdenken anregen und in der ein oder anderen Situation findet man sich wieder und reflektiert sich ganz automatisch selbst. Ein tolles Buch.
„Ungezähmt“ von Glennon Doyle lieben wir, weil dieses Buch uns dazu motiviert, unsere Komfortzone zu verlassen und selbst aktiv zu werden.

Eine Frage der Chemie von Bonnie Garmus

Bonnie Garmus' Roman handelt von Elizabeth Zott, einer furchtlosen Frau, die ohne Rücksicht auf eigene Blessuren für die Rechte der Frauen gekämpft hat.

Hört einfach mal rein in Antjes Sendung.

„Gehen. Weitergehen.“ von  Erling Kagge.

Erling Kagge ist ständig unterwegs: Als einer der größten Abenteurer unserer Zeit war er am Nord- und am Südpol und bestieg den Mount Everest. Wenn er nicht auf Weltreise ist, läuft er zu Fuß zur Arbeit und macht Wochenendausflüge in die nahegelegene Natur. »Das Leben ist ein langer Fußmarsch«, sagt der Weltwanderer. In seinem neuen Buch »Gehen. Weiter gehen.« schildert er eigene Erfahrungen, befragt Weggefährten, Philosophen und Schriftsteller und nimmt uns mit auf eine meditative Reise zu Fuß. Kagge erklärt, warum sich beim Gehen ein Glücksgefühl einstellt, die Gedanken zu fließen beginnen und wir dabei mit der Welt eins werden – egal wo wir gehen." 

In Zeiten von oft zu viel Arbeit mit viel zu viel Sitzen am Schreibtisch und faulen Rumliegen auf der Couch ist die Fortbewegung zu Fuß für Viele eher lästige Pflicht als erstrebenswerter Genuss. Dabei bringt es so viel Schönes mit sich. Erling Kagge erinnert und an dieses Schöne, nimmt uns mit auf die Reise des Gehens: Gehen ist viel mehr als nur Gehen - das wird uns in diesem Buch in kleinen Geschichten, Fakten und Anekdoten erzählt. 

Eine gute Lektüre für zwischendurch um immer einmal wieder darin zu lesen, jedoch habe ich es nicht am Stück geschafft, da es nicht einfach ein normaler Roman ist. Der Schreibstil hat mir ganz gut gefallen, auch wenn einige Textpassagen sehr langatmig und meiner Meinung nach überflüssig waren. Das Cover und die Gestaltung des Buches fand ich sehr ansprechend. Alles in allem ein Buch dass ihr zwischendurch lesen könnt, wenn ihr etwas über euren ganz persönlichen Tellerrand blicken möchte. 

Ihr werdet es lieben , weil ihr schon beim Lesen unbedingt losgehen möchtet

„Eine Formalie in Kiew“ von Dmitrij Kapitelman 

Dimitri kann besser sächseln als die Beamtin, bei der er den deutschen Pass beantragt. Nach 25 Jahren als Landsmann, dem Großteil seines Lebens. Aber der Bürokratie ist bekanntlich keine Formalie zu klein, vor allem auch,  wenn es um Einwanderer geht. Frau Kunze verlangt eine Apostille aus Kiew. Also reist er in seine Geburtsstadt, mit der ihn nichts mehr verbindet, außer Kindheitserinnerungen. 

Und dann seid ihr auch schon mittendrin und wollt das Buch nicht mehr weglegen 

„Eine Formalie in Kiew“ ist die Geschichte einer Familie, die einst voller Hoffnung in die Fremde zog, um ein neues Leben zu beginnen, und am Ende ohne jede Heimat dasteht. 
Erzählt mit dem bittersüßen Humor eines Sohnes, der stoisch versucht, Deutscher zu werden.
Zum Heulen witzig ... 

Ihr werdet es lieben, weil Dieses Buch uns  mit auf eine sehr persönliche Reise in ein Land nimmt, dass uns  fremd und doch so auf einmal so nah ist ..

„Der Buchspazierer“ von Carsten Sebastian Henn

„Der Buchspazierer“ ist ein fiktionaler Roman. Es geht um Carl, einem ehemaligen Buchhändler, der jeden Tag auf einem Spaziergang die Bücher zu seinen Kunden bringt. Als er plötzlich seine Anstellung verliert, dreht sich die Welt für ihn. Zusammen mit der neunjährigen Schasha läuft er weiterhin täglich seine Runden und verrät keinem, dass er schon längst kein Buchhändler mehr ist. Er verkauft sein Hab und Gut um Bücher zu laufen. Die Bücher nämlich, die seine früheren Kunden weiterhin bei ihm bestellen.
Solange bis Schashas Vater merkt, womit seine Tochter ihre Nachmittage verbringt und bereit ist, diesem ein Ende zu setzen.

Das Buch ist ein guter Nachmittagsstoff für einen grauen oder auch sonnigen Tag. Es hat mir selbst sehr geholfen aus einem Tagestief zu entfliehen. Selten habe ich ein Buch so wahrgenommen wie dieses. Die Geschichte hat mein Herz erwärmt und mich emotional komplett mitgenommen. Es ist ein wundervolles Buch mit sehr besonderen Charakteren. Man möchte unbedingt erfahren, wie die Geschichte ausgeht und gleichzeitig möchte man nicht, dass das Buch endet.

Ihr werdet es lieben, weil „Der Buchspazierer“ eine wunderbare Liebeserklärung an das Lesen ist. 

"Little People. Big Dreams"

Eine Reihe beeindruckender Lebensgeschichten von inspirierenden Persönlichkeiten. 

Hier die Hör-Empfehlung von Antje Radünz

„Der Papierpalast“ von  Miranda Cowley Heller

Für Verliebte, Verheiratete, Geschiedene, Enttäuschte, Glückliche und Traurige. Ein Roman für alle und alle Lebenslagen. 

Und darum geht es:
In einer lauen Nacht, an die Holzwand ihres Ferienhauses gedrückt, hat Elle heftigen Sex mit ihrem Jugendfreund Jonas. Das wäre nicht weiter spektakulär, würden nicht ein paar Meter weiter im Haus bei offenen Fenstern Elles Ehemann, ihre Kinder und ein paar Freunde komplett ahnungslos sitzen.
Elle ist 50 Jahre alt, ist zufrieden verheiratet, alles okay. So fühlte es sich an, bis sie ihren Jugendfreund Jonas mit seiner Familie im Urlaub trifft. Mit dem Sex an der Hauswand setzt sich eine Geschichte fort, die vor vielen Jahren begann. 
Jonas war damals Elles Freund, sie waren ineinander verliebt, nur miteinander zu schlafen, das haben sie sich verboten. Das Warum wird eine wichtige Rolle in diesem Roman spielen. Jetzt lebt Elle zwei Leben. Das eine, was sie schon hat. Und das andere, wonach sie sich sehnt.

Mein Fazit: Diese unglaublich gute Geschichte hat ein spektakuläres Ende. Beim Lesen schimmert es schon am Anfang durch, ihr werden euch aber alle  441 Seiten lang nicht wirklich sicher sein, ob es auch so kommt.
Ein Buch für Verliebte, Verheiratete, Geschiedene, Enttäuschte, Glückliche und Traurige. Ein Roman für alle und alle Lebenslagen. 

„Die blaue Frau“ von Antje Rávik Strubel

Adina wächst dort auf, wo andere Urlaub machen - in einem Wintersportort in Tschechien. Sie ist die letzte Teenagerin, die dort aufwächst und wünscht sich schon früh in die Ferne. Ihr Weg führt sie nach Berlin, hier möchte sie Deutsch lernen und trifft auf die Fotografin Ricki.
Ricki vermittelt Adina ein Praktikum in einem neu entstehenden Kulturhaus in der Uckermark. Hier wird Adina Schreckliches angetan, sie wird sexuell missbraucht. Doch keiner will ihr so recht glauben, weshalb Adina flieht und irgendwann in Helsinki strandet.
In Helsinki verkriecht Adina sich in ihre Ferienwohnung, aber auch in sich selbst und in ihren Körper. Dann lernt sie Leonides kennen, einen estnischen Professor. ….
Für alle, die gerne kluge und politische Texte lesen und Texte die berühren und den Blick schärfen. 

„Louma“ von Christian Schnalke

Louma stirbt viel zu jung und hinterlässt vier Kinder von zwei Vätern. Die beiden Männer sind wie Feuer und Wasser, Tristan und Mo verbindet nur, dass sie mit derselben Frau verheiratet waren. Noch ehe Louma beerdigt ist, eskaliert die Situation und die vier Kinder müssen mit ansehen, wie sich ihre Väter prügeln. Beide meinen zu wissen, was das Beste für Toni, Fabi, Fritte und Nano ist, keiner von beiden würde dem anderen seine Kinder anvertrauen. Da hat Fritte eine Idee: Damit die Geschwister nicht auseinandergerissen werden, ziehen die ungleichen Väter einfach zusammen. Und während sie alle auf ihre Weise um Louma trauern, lesen wir ob aus einer Zwangs-WG doch noch eine Familie werden kann

Toll zu lesen wie eine Frau über ihren Tod hinaus,  die Menschen die  sie lieben, verbindet. Macht echt mutig … 

„My body“  von Emily Ratajkowski 

Der Name sagte mir überhaupt nichts. Erst als ich in einem der vielen Essays, aus denen das Buch besteht, gelesen habe, dass sie das braunhaarige, leichtbekleidete Model aus dem Musikvideo zu „Blurred Lines“ von Robin Thicke war, kam mir ein Bild in den Kopf. Ich fing an ihren Instagram-Account durchzuschauen und mir mein Bild von dieser Frau immer weiter selbst zusammenzusetzen. Doch genau das ist es, was Emily in ihren Essays kritisiert. Wir machen uns ein Bild von Personen, die wir überhaupt nicht kennen, aufgrund ihrer Fotos, ihrer Jobs und ihrer Einstellung gegenüber Freizügigkeit des eigenen Körpers. Dieses schnelle und unverbindliche kreieren eines Images in den Köpfen der Menschen, lässt viele Personen damit gutes Geld verdienen – unter anderem auch Emily selbst. Und was ist mit dem Selbstwert?

Ein Konflikt, den man als Außenstehender, der sein Geld nicht durch Postings von Fotos während eines gesponserten Luxusurlaubs verdient, manchmal belächelt. Hier konnte ich das Problem der Autorin zwar immer verstehen und nachvollziehen, aber nie ganz ernst nehmen. 
Währenddessen die Erzählungen über die Wahrnehmung der eigenen Person durch Andere aufgrund der eigenen Schönheit mich vollkommen überzeugen konnten. Die Autorin beschreibt, wie ihre Schönheit sie seit der Kindheit besonders werden lies und ihr Anerkennung einbrachte. So wurde sie schon früh darauf getrimmt, diese Schönheit zu wahren, auszubauen und zu nutzen. Dadurch kann es schwer fallen, sich auch auf andere Werte zu besinnen und diese zu entdecken und wertzuschätzen. 
Ich denke, jeder kennt diesen inneren Konflikt in kleinerem oder größerem Ausmaß. Nettes Buch , liest sich leicht weg – auch im Original auf englisch – regt auf jeden Fall zum Nachdenken an…  

Foto: Antje Radünz privat

Foto 2: pexels