Gleichberechtigung in Sachen Aufgabenverteilung? Warum Männer nicht im Haushalt helfen sollten

Beitragsbild

"Hilft dein Mann dir im Haushalt?" Gebt es zu, diesen Satz habt ihr auch schon mal gesagt oder zumindest gehört. Und wisst ihr was? Es ist vollkommen okay, darauf künftig mit "NEIN!" zu antworten. 

Männer sind keine HELFER

Sie sind erwachsene Menschen, die genauso in der Lage und in der Verantwortung sind, einen Haushalt zu führen, wie ihre Partner:innen auch. Das Wort "helfen" suggeriert, dass die Verantwortung für den Haushalt nicht gleichmäßig aufgeteilt ist, sondern dass Männer sich einfach einbringen, um ihren Partnerinnen unter die Arme zu greifen. Aber das ist ein falsches Bild. Männer sind keine Helfer im gemeinsamen Haushalt – sie sind Mitverantwortliche.

Das Bild vom "helfenden Mann" ist ungerecht für alle Geschlechter

Für Männer...

...weil es sie degradiert und ihnen die Fähigkeit abspricht, Verantwortung im Haushalt zu übernehmen. Es sendet die Botschaft, dass Männer im Haushalt nur sekundär sind, dass sie nicht in der Lage sind, ihre eigenen Aufgaben zu sehen und zu erledigen, und dass sie auf die Führung und Planung der Frauen angewiesen sind.

Und für Frauen...

...weil es die gesamte Mental Load bezüglich Haushalt auf ihre Schultern abwälzt. Männer “helfen”, aber die Frau muss zuvor sagen, was genau der Partner bis wann erledigen soll. Das ist eine zusätzliche mentale Last. Sie müssen nicht nur ihren Teil der Arbeit erledigen, sondern auch das Aufgabenmanagement und die Haushaltsorganisation übernehmen und den des Partners planen und delegieren.

Und ganz davon abgesehen: Es gibt kein weibliches Gen, das dafür sorgt, dass wir besser staubsaugen können oder Schmutz eher sehen. Männer können das alles auch und das muss man auch nicht klein reden. Die Floskel "Männer helfen" festigt Stereotype, die sich leider in der Realität bestätigen.

Warum die Rollenverteilung im Haushalt für Streit sorgt 

Nur bei 50% aller Paare ist die Hausarbeit gerecht aufgeteilt, auch, wenn sich die Mehrheit eine faire Aufteilung wünscht. Fast 80% aller Paare streiten sich deswegen. Nur 25% aller Frauen trauen ihren Partnern zu, dass er die Hausarbeit alleine gut bewältigen kann. Irgendwie müssen wir also alle an uns arbeiten. Und das nicht nur, indem Männer nicht mehr “helfen” und einfach ihren Teil übernehmen und die Hausarbeit fair teilen - sondern auch, indem wir alle überdenken, welche Klischees sich in unseren Köpfen noch hartnäckig halten.

 

 

Diese Beiträge könnten dich auch interessieren

“Du verwöhnst dein Baby viel zu sehr!” - Kann man Säuglinge “verwöhnen”?

In Bezug auf Elternschaft begegnen wir oft gut gemeinten Ratschlägen. Besonders hartnäckig hält sich die Unterstellung, dass Eltern ihre Babys viel zu sehr verwöhnen. Aber ist an dieser Einstellung überhaupt was dran und kann man einen Säugling überhaupt zu sehr verwöhnen?

Von wegen "Trotzphase" und "Kleine Tyrannen" - wenn Kinder Autonomie und Selbstbewusstsein entwickeln

Irgendwann zwischen dem zweiten und vierten Lebensjahr findet die Zeitspanne statt, in der Kinder sich von den Eltern abnabeln und ihre Autonomie entdecken. Diese Phase wird oft "Trotzphase" genannt, obwohl das ein relativ negatives Bild zeichnet.

Gender-Stress-Gap: Warum Frauen gestresster sind

Die Realität zeigt, dass die Belastung durch Stress bei Frauen doppelt so hoch ist wie bei Männern. Dies macht sie anfälliger für Depressionen, Burn-Out und Schlafstörungen. Aber warum sind Frauen gestresster? Hier erfahrt ihr, warum dabei traditionelle Rollenbilder und die Übernahme von Care-Arbeit eine entscheidende Rolle spielen und was dagegen helfen kann.

Im Spotlight

Neu im Takeover

Marie über ihre offene Ehe

Marie führt eine glückliche, monogame Langzeitbeziehung mit ihrem Freund - bis auf der gemeinsamen Weltreise das Thema Heirat alles ändert…

44:26 min

Unser Podcast Tipp

Der FEM Insider

Ab nach Leipzig mit Franzi Müller...

5:33 min

Dein Kontakt ins Studio

E-Mail WhatsApp Telefon