“Du verwöhnst dein Baby viel zu sehr!” - Kann man Säuglinge “verwöhnen”?

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Eltern müssen sich immer wieder mit Bewertungen, Ratschlägen und Kommentaren von Außen auseinandersetzen. Besonders verbreitet ist dabei die Unterstellung, dass Eltern ihr Baby viel zu sehr verwöhnen, wenn sie es sofort auf den Arm nehmen und trösten, wenn es schreit, es im Eltern-/Familienbett schlafen lassen, dem Baby viel Aufmerksamkeit geben und das Baby viel tragen und Körperkontakt haben.

Die Vorstellung ist meistens: “Dein Kind manipuliert dich. Wenn du das Baby die ganze Zeit rumträgst, wird es völlig abhängig von dir, ist später rotzfrech und wird dir bloß auf der Nase herumtanzen. Lass es ruhig mal liegen, dann hört es auch auf, die ganze Zeit zu schreien!”

Die Einstellung kommt aus einer ganz anderen Zeit...

Während des Dritten Reichs hat ein Erziehungsratgeber die Runde gemacht, der für viele Menschen auch heute noch richtungsweisend ist. Dort hieß es unter anderem, dass Babys als “Tyrannen” geboren und im ersten Lebensjahr maßgeblich gelenkt werden sollen. Babys sollten nicht “verhätschelt”, sondern nur versorgt werden. Weiter wurde behauptet, dass Schreien abhärtet und die Lungen stärkt und dass das Neugeborene nach der Geburt 24 Stunden lang allein gelassen werden sollte. Aber stimmt das tatsächlich?

Zum Glück nicht!

Diese Thesen halten sich zwar hartnäckig, sind aber längst wissenschaftlich widerlegt. Babys sind Traglinge, deren stärkstes Kommunikationsmittel das Schreien ist. Sie versuchen damit nicht zu manipulieren (dazu sind sie noch gar nicht fähig!), sondern kommunizieren ihre Bedürfnisse.

Heute wissen wir: Ein Baby schreien zu lassen, kann das Urvertrauen und die Bindung schädigen. Es ist gar nicht möglich, ein Neugeborenes zu verwöhnen - zu viel Bindung, Fürsorge und Liebe kann es gar nicht geben.

Lasst euch nicht verunsichern. Ihr wisst am besten, was euer Baby braucht.

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