Mystic Times – die Magie der Rauhnächte

… Kurs auf Neues in einer besonderen Zeit

Es ist schon immer wieder verrückt, dieses Jahresende. Wir rasen im Dezember mit 100 Sachen Richtung Weihnachten, legen eine Vollbremsung ein, wenn endlich das letzte Geschenkt übergeben und die Gans im Ofen ist und befinden uns nach dem letzten Familienbesuch irgendwie im Nichts.

Dieses „Nichts“ spüren viele von uns, können es nicht beschreiben, merken aber: Es ist was Besonderes. Die Rauhnächte sind da.

Es gibt Menschen, die merken nicht nur, das da etwas anders ist, sie wissen auch, was uns diese Zeit bringt und wie wir sie für uns nutzen. Einer von ihnen ist die Münchnerin Franziska Muri, Lektorin und Autorin für bzw. von Büchern, die sich u. a. den Bereichen Spiritualität, Lebenshilfe, Ratgeber verschrieben haben.

Rauhnächte –  wenn die „andere“ Welt näher rückt

„Tradition ist man der Ansicht, dass in dieser Zeit die Schleier zwischen den Welten besonders dünn sind“ erklärt Franziska Muri das Phänomen. Und um den Gäsehaut-Faktor noch ein bisschen anzukurbeln: In manchen Regionen durfte und darf während der Rauhnächte keine Unordnung herrschen, keine weiße Wäsche auf der Leine hängen, die würden dann von Reitern gestohlen, um sie dann im Laufe des Jahres als Leichentuch für den Besitzer zu benutzen. Oder auch: Gewaschene weiße Unterwäsche lockt Wilde an, die in den Nächten über Frauen „herfallen“. Frauen und Kinder sollten nach Einbruch der Dunkelheit auch nicht mehr alleine auf der Straße sein. 

Wesentlich netter: Im 19. Jahrhundert galten die Rauhnächte für unverheiratete Frauen als eine Gelegenheit, um Mitternacht an einem Kreuzweg oder einem anderen magischen Ort ihren künftigen Bräutigam zu sehen. Seine Gestalt erschien dann und ging schweigend vorüber, und das Mädchen durfte ihn weder ansprechen noch ihm nachschauen, weil dies den Tod bedeutet hätte.

Bleigießen – Ursprung in Rauhnacht-Tradition

Und falls ihr Silvester vorhabt, während einer lustigen Bleigieß-Session zu schauen – auch das rührt von den Rauhnächten her, die perfekt für ernsthaftes oder eben auch augenzwinkerndes Orakeln geeignet sind.

Warum die Nächte „Rauh“-Nächte heißen sei noch nicht ganz geklärt, sagt Franziska Muri. Möglicherweise ist das rauhe Wetter in dieser Zeit gemeint, vielleicht kommt der Begriff auch vom Wort Rauch: „Weil man früher in dieser Zeit oft das Haus ausgeräuchert hat, um die dunkle Gestalten aus der Geisterwelt loszuwerden“.

12 symbolträchtige Nächte

Vom 25. Dezember bis 6. Januar dauern die Rauhnächte, sagt man heute in unseren Breiten. Aber auch darüber sind sich die Fachleute nicht ganz einig. Es gibt Landstriche und es gab Zeiten, da war von nur von drei oder vier speziellen Nächten die Rede.

Ellen Beetz findet ihr auch auf Instagram

Fakt scheint aber, das der Brauch vermutlich aus der Zeitrechnung nach einem Mondjahr stammt, nachdem die Menschen früher gelebt haben. Als man dann aufs Sonnenjahr umgeswitcht ist, entstand eine Lücke von elf Tagen bzw. zwölf Nächten. Und genau die werden heute als Rauhnächte bezeichnet.

Vision Board und 13-Wünsche-Ritual – Energie für ein gutes Jahr

Auch Ellen Beetz hat sich intensiv mit den Rauhnächten befasst, kennt die Geschichte und Myten dahinter und lebt selbst Rituale, die sich darum ranken. Sie mag besonders das sogenannte 13-Wünsche-Ritual, “weil es so kraftvoll ist“, sagt sie und erklärt, wie sie das Ritual lebt: „Ihr schreibt eure 13 Herzenswünsche fürs nächste Jahr auf Zettel und vergrabt jede Nacht einen – im Garten, im Parkt oder in einer Topfpflanze. Dann kümmert sich das Universum die Erfüllung dieser Wünsche.“ Ellen lebt sich vor allem in der zweiten Rauhnacht auch kreativ aus – mit der Erstellung eines Visionboards. „Ich nehme mir alte Zeitschriften, Slogans, Wörter, Bilder und stelle all das als Bild zusammen, so, dass es meine Herzensthemen und Gefühle widerspiegelt. Zum Schluss habe ich dann ein gerahmtes Bild, in dem ich mich wiederfinde, platzier es an einem passenden Ort in meiner Wohnung und werde so das ganze Jahr über an meine Wünsche, Träume und Visionen erinnert.“

Stöbert doch auch mal bei Christina, Julia oder Rebecca und macht euch noch ein wenig vertrauter mit dem, was euch persönlich die Zeit der Rauhnächte bringen kann.

Wie auch immer ihr die magische Zeit nutzt, eins gilt mit Sicherheit fürs kommende Jahr: Es wird so gut, wie ihr es euch macht. Wir wünschen euch jedenfalls nur das Beste!

Foto Ellen Beetz: Asia Litwin

Beitragsfoto: Pexels

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