Wir haben #genug

Habt ihr schon einmal erlebt, dass ihr aufgrund eures Geschlechts, also eurer Rolle als Frau im beruflichen Kontext oder in eurem Alltag beurteilt wurdet? Es wurde auf euer Outfit geschaut, nach den Kindern oder anderen privaten Details gefragt oder euch wurde einfach grundlos die Kompetenz abgesprochen.

Gleichberechtigung und Gleichstellung sind etwas längst überfälliges, dass wir gern in die Tat und ins 21. Jahrhundert übersetzen wollen.  

Wir wollen zeigen, dass wir #genug haben. Und am besten als großes Movement, dass so vielfältig und divers ist, wie alle in Deutschland gelesenen weiblichen Personen und natürlich alle, die uns auch über diese Definition hinaus unterstützen wollen. 

Was ich erlebt habe, wird mir nie wieder passieren.

In zweien meiner Schwangerschaften habe ich bei anderen Sendern Unglaubliches erlebt.
Bei einem moderierte ich die tägliche Vormittagssendung. Als Freie Mitarbeiterin. Bis mich der damalige Programmchef hochschwanger vor die Tür setzte. Für Freie Moderatorinnen gibt es keinen Mutterschutz. Und da offenbar manche Chefs schwangere Moderatorinnen und Mütter als lästig empfinden, nutzte er den nicht vorhandenen Schutz direkt und entledigte sich meiner. Ich saß mit meinem dicken Bauch in seinem Büro und hörte zu. Ich habe nichts unternommen.
Bei einem anderen Sender passierte mir tatsächlich das Gleiche noch mal. Ich moderierte dort eine regelmäßige Sendung. Als Freie Mitarbeiterin. Bis ich wieder schwanger wurde. Ich teilte dem Geschäftsführer meine Schwangerschaft mit. Daraufhin sagte er mir, dass in der Moderation zukünftig nicht mehr mit mir geplant werde.
Nach einem persönlichen Gespräch, das noch auf Weiterbeschäftigung hoffen ließ, bekam ich vier Monate lang keine Reaktion.
Erst auf meine Nachfrage hin kam es dann, per flüchtiger Mail und dann auch per Post, zur endgültigen Kündigung meines Freien Mitarbeiter-Vertrages. Ich saß beim Lesen dieser Mail an meinem Esstisch und habe geweint. Weil ich traurig war. Traurig über das Verhalten dieses Mannes.
Wieder wurde ich schwanger vor die Tür gesetzt. Per Mail!
Nun stand ich also da. Mit der Frage: soll ich wieder schweigen? Ich hatte Angst. Ich hatte wirklich große Angst davor und habe tagelang nicht geschlafen.
Aber wenn so etwas allein mir zweimal passiert, muss ich davon ausgehen, dass es auch anderen passiert. Dass es noch mehr Männer und sicher auch Frauen in Führungspositionen gibt, die nicht vorhandenen Mutterschutz ausnutzen.
Vielleicht kann diese Geschichte Euch Mut machen oder Licht auf etwas werfen, das viel zu oft im Dunkel bleibt. Vielleicht geht sie auch unter. Aber zumindest habe ich es mal erzählt.
Danke an all die Sender, die mich mit drei Kindern immer weiter als Stationvoice beschäftigen. Die Mütter genau so unterstützen, wie es sein sollte.

Vermarktung

RAUDIO.BIZ GmbH
Tanja Ninnemann
Tel. +49 341 99190822
E-Mail: tanja.ninnemann@raudio.biz