Fit durch Pflanzenkraft – Aleksandras Weg zum Veganismus

Ernährung ist ein oft diskutiertes Thema – Jeder hat so seine eigene Philosophie. Gerade die vegetarische Ernährung und die vegane, rein pflanzliche Ernährung sind in den letzten Jahren immer mehr auf dem Vormarsch.

Aleksandra Keleman ist schon länger Veganerin, vor über 10 Jahren hat sie sich für diesen Weg entschieden. Doch bei der eigenen Ernährung ist es nicht geblieben – Aleksandra ist mittlerweile Ernährungsberaterin für Profisportler – von der Fußballbundesliga bis hin zu Eishockey, sie ist die Einzige, die das Ganze rein pflanzlich macht.

Aleksandra coacht Sportler, kauft mit ihnen ein, erstellt Pläne, hält Vorträge, hat alle Blutbilder im Blick und sorgt dafür, dass die Sportler bestens versorgt sind.

Aleksandra hat uns in unserer Sendezentrale in Leipzig besucht und mit uns über ihren Weg zum Veganismus gesprochen.

Hier gibt’s das ganze Gespräch zum Nachhören:

„Damals habe ich ein Buch gelesen, in dem stand, dass Tiermilchprodukte für viele Probleme im Körper sorgen und auch Akne verursachen können“

FEMOTION RADIO: Die meisten Veganerinnen waren zuerst vegetarisch – wie hat deine Reise hin zur pflanzlichen Ernährung begonnen?

„Ich hatte vor vielen Jahren mit 17 damals starke Probleme mit Akne – Cremes und alles von außen hat nicht geholfen. Damals habe ich ein Buch gelesen, in dem stand, dass Tiermilchprodukte für viele Probleme im Körper sorgen und auch Akne verursachen können. Dann habe ich ganz konsequent alle Tiermilchprodukte weggelassen, auch im Joghurt oder im Brot und habe das durch pflanzliche Alternativen ersetzt. Innerhalb von zwei Wochen wurde meine Haut deutlich besser und mich haben sogar die Leute darauf angesprochen. Erst nach und nach habe ich dann angefangen, Dokus über die Tierhaltung anzuschauen und habe Fleisch, Eier und Fisch weggelassen.“

FEMOTION RADIO: Neben den positiven Veränderungen bezogen auf deine Haut hast du auch andere Vorteile erlebt…

„Ich bin seither kaum mehr erkältet krank und auch nicht mehr so oft verschleimt. Auch vom Kopf her fühle ich mich seither klarer und kann mich besser konzentrieren. Auch beim Sport war ich generell fitter, auch wenn ich nicht immer ganz regelmäßig Sport gemacht habe – ich hatte seltener Muskelkater, auch wenn ich ein paar Tage gar keinen Sport gemacht habe.“

„Man ist zwar immer noch in der Unterzahl, vor allem auf dem Land, aber gerade in den Städten muss man sich für die vegane Ernährung nicht mehr klein machen“

FEMOTION RADIO: Die pflanzliche Ernährung hat in der letzten Zeit einen gesellschaftlichen Aufschwung erlebt, was hat sich in den letzten Jahren in der Wahrnehmung verändert?

„Ich finde, heute ist es irgendwie nicht mehr so negativ besetzt. Wenn man heute durch die Straßen läuft, steht bei vielen Restaurants draußen dran, dass sie vegane Alternativen anbieten, es wird einfach positiver wahrgenommen. Ich habe mich schon immer wohl gefühlt, das Thema nach außen zu tragen, aber es hat sich trotzdem nochmal stark verändert. Man ist zwar immer noch in der Unterzahl, vor allem auf dem Land, aber gerade in den Städten muss man sich für die vegane Ernährung nicht mehr klein machen.“

„Irgendwas triggert das in den Leuten, dass sie sich schlecht fühlen und sich dann lustig über uns machen“

FEMOTION RADIO: Blöde Sprüche in deine Richtung gibt’s aber wahrscheinlich trotzdem noch?

„Ich habe schon lange keinen mehr gehört, muss ich sagen. Vielleicht liegt das aber auch daran, dass man sich immer so in einer „Bubble“ mit Gleichgesinnten befindet. Ich versuche immer, den Leuten zu erklären, wo das herkommt, denn ich glaube, dass es einen Grund gibt, warum die Leute immer so stark auf vegane Ernährung reagieren. Es würde auch keiner blöd reagieren, wenn ich sage, dass ich zum Beispiel keine Gurke mehr esse. Irgendwas triggert das in den Leuten, dass sie sich schlecht fühlen und sich dann lustig über uns machen. Ich versuche schon immer, die Leute aufzuklären, denn anscheinend ist es ihnen nicht egal, wenn sie schon so einen Kommentar bringen.“

FEMOTION RADIO: Oftmals wird mit der pflanzlichen Ernährung das sogenannte „Missionieren“ in Zusammenhang gebracht, du hast für dich persönlich einen anderen Ansatz…

„Ich glaube, dass ich einen guten Weg gefunden, habe mit den Sportlern. Ich zeige einfach die Vorteile in Bezog auf Leistung und den Körper auf. Sportler sind so große Vorbilder für die Gesellschaft, wenn ich denen zeige, wie sie sich vollwertig vegan ernähren und sie es nach außen tragen, dann sehen das viele Jugendliche und ahmen es vielleicht nach, das ist mein Ziel.“

„Ich empfehle immer, sich mit Nährstoffen und dem Bedarf auseinanderzusetzen“

FEMOTION RADIO: Trotz allem sollte bei einer Nahrungsumstellung auf rein pflanzlich schon einiges beachtet werden, was machen Menschen denn typischerweise falsch?

„Es gibt Menschen, die auf vegan umsteigen und sich dann keinerlei Gedanken machen. Es ist schon so, dass Tiere in der Mast mit Nährstoffen supplementiert werden, das reicht zwar nicht aus, aber durch klinisch reine Monokulturen beim Obst und Gemüse sind nicht alle Nährstoffe, die wir brauchen enthalten, zum Beispiel B12. Ich empfehle daher immer, sich mit Nährstoffen und dem Bedarf auseinanderzusetzen, einfach auch, um Leuten keinerlei Angriffspunkt zu geben, dass einem etwas fehlen könnte.  Außerdem sollte man das Umfeld mit einbeziehen, wenn man die Umstellung so ganz allein macht, sich allein fühlt, keine Unterstützung hat und gegen das Umfeld ankämpft, dann hat man schnell die Lust verloren, außer man ist ethisch komplett überzeugt. Nehmt deshalb eure Familie und eure Freunde mit ins Boot, dann macht‘s einfach noch mehr Spaß.“

„Generell empfehle ich immer, einfach offen zu sein und die Alternativen auszuprobieren – auch im Restaurant gibt’s oft vegane Gerichte, die man ausprobieren kann, man hat ja nichts zu verlieren“

FEMOTION RADIO: Hast du Tipps für Menschen, die die pflanzliche Ernährung interessant finden, aber gar nicht wissen, wo sie anfangen sollen?

„Gerade bei Milchprodukten, ist es gut möglich, einfach mal die Alternative zu kaufen – die steht im Regal direkt daneben – auch bei Fleischprodukten kann man den Alternativen einfach mal eine Chance geben und sie ausprobieren, ob ich Chicken oder eine vegane Alternative in der Pfanne brate, macht kaum einen Unterscheid. Generell empfehle ich immer, einfach offen zu sein und die Alternativen auszuprobieren – auch im Restaurant gibt’s oft vegane Gerichte, die man ausprobieren kann, man hat ja nichts zu verlieren. Ich selbst habe durch die vegane Ernährung sogar einige Lebensmittel gewonnen und habe viel mehr gegessen als zuvor, das war fast wie eine kleine Entdeckungsreise.“

FEMOTION RADIO:  Welche heimischen Lebensmittel hast du denn neu für dich entdeckt?

„Zum Beispiel den Buchweizen. Das ist ein glutenfreies Pseudogetreide, das sich super im Müsli macht – mir persönlich liegen Haferflocken immer etwas schwer im Magen. Auch gekeimt lässt sich der Buchweizen gut verzehren. Ansonsten sind es die Leinsamen, die enthalten super viele Omega-3-Fettsäuren, von den wir zu wenig in unserer Ernährung haben. Leinsamen ist für mich die Superpflanze, sie wächst hier bei uns, ist total günstig und sollte in keinem Müsli fehlen!“

Gerade Käse fehlt vielen Menschen, die auf Vegan umsteigen – Aleksandra hat uns ein erprobtes Rezept für einen hausgemachten, rein pflanzlichen Frischkäse-Ersatz zur Verfügung gestellt.

Also, Käsefans, aufgepasst! Diese Creme rettet euch vielleicht das nächste Vesper.

Frische Cashew-Creme:

Ihr braucht…

300 Gramm Cashewkerne (die über Nacht in Wasser eingeweicht wurden)

3–4 Esslöffel Brottrunk

1 Prise Steinsalz

1 Spritzer Zitrone

1 Prise Muskatnuss

So geht’s…

Alle Zutaten mit dem Stabmixer fein pürieren und mit frischem Schnittlauch servieren.

Je nach Konsistenz-Wunsch länger oder kürzer stehen/reifen lassen.

Vielen Dank für deinen Besuch, Aleksandra! Wer mehr über vegane Ernährung, Nährstoffe, Kalorien und Co erfahren möchte, hört Aleksandra ab Sonntag, 03.10.21 täglich bei unseren Kollegen von SPORTRADIO DEUTSCHLAND!

Share on facebook
Facebook
Share on twitter
Twitter
Share on whatsapp
WhatsApp

Vermarktung