Über den Dächern der Stadt – Schornsteinfegerin Felicia will hoch hinaus

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An was denkt ihr, wenn ihr das Wort „Schornsteinfeger“ hört? An einen Glücksbringer? Oder an einen schwarz gekleideten Mann, der einmal im Jahr an der Tür klingelt und nach dem rechten sieht?

Ja, wir geben es zu, uns kommt auch ein gewisses Bild in den Kopf.

Dass es aber auch ganz anders geht zeigt Felicia Springer – die 21jährige befindet sich in den letzten Zügen ihrer Ausbildung zur Schornsteinfegerin und ist als junge Frau eine ziemliche Rarität in dieser Branche.

Lieber hören statt lesen?

Viel Spaß beim Hören!

Ihren heutigen Traumberuf hat sie von klein auf mitbekommen – ihr Papa ist selbst Schornsteinfeger und so durfte sie ihn vor einigen Jahren am Girls’Day begleiten und in seinen Beruf reinschnuppern.

Als dann einige Jahre später Abitur und Studium auf dem Plan standen hat Felicia sich gegen den „klassischen Weg“ an der Uni entschieden und das mit dem Schornsteinfegen einfach mal ausprobiert.

Heute ist sie sehr glücklich mit ihrer Entscheidung und hat sie nie bereut – ihr Beruf ist nicht nur vielfältig und abwechslungsreich, sie ist auch viel unterwegs, arbeitet sowohl drinnen im Büro als auch draußen auf dem Dach und genießt täglich eine Aussicht, die es wohl in den wenigsten Berufen gibt.

„Ich finde das ganz klasse, dass ich etwas mache, das nicht jeder macht!“

Wenn Felicia an den Türen klingelt, schaut sie meistens in verwunderte Augen, mit einer jungen SchornsteinfegerIN rechnen die wenigsten. Nach ein paar Sekunden ist das Fragezeichen im Gesicht dann aber auch wieder verflogen, das Feedback ist positiv und die Menschen freuen sich, auch mal eine Frau als Schornsteinfegerin zu haben.

Und manchmal hat es auch durchaus ganz handfeste Vorteile, dass sie als junge Frau zwischen all den Männer arbeitet: Durch ihre Größe kommt Felicia auch in die kleineren Ecken und gerade weibliche Kunden öffnen ungern einem fremden Mann die Tür und fühlen sich bei einer anderen Frau einfach wohler.

Felicia wünscht sich, dass noch mehr Menschen Gefallen an ihrem Beruf finden und auch Frauen sich dafür begeistern können – vielleicht ja dieses Jahr durch den Girls’day.

Vielen Dank, Felicia!

Foto: privat