„Kickende Menschen ziehen mich an …“

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… sagt die Hamburger Wissenschaftsjournalistin Martina Keller. Sie bezeichnet sich selbst als „fußballverrückt“ und sagt, „Fußball ist einfach ein geiles Spiel.“

Was heute scheinbar eine belanglose Feststellung ist, war vor reichlich 50 Jahren noch ein ziemliches No-Go. Frauen und Fußball – das passte so gar nicht.

Hobby Fußball – für Frauen lange verboten

„Damals war es Frauen z.B. verboten, in einem Verein Fußball zu spielen“, erzählt Martina Keller im FEMOTION RADIO-Interview.

Bei ihr hat es schon im Alter von 6 Jahren „k(l)ick“ gemacht: 1966 war das, vorm Fernseher bei Endspiel Deutschland-England im Wembley-Stadion. Seitdem lässt sie das runde Leder nicht mehr los.

„Es wird zu wenig getan, Profifußballerinnen mehr in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken.“

Mit Begeisterung erzählt sie uns z. B. von einem Urlaubserlebnis in Äthiopien. „Da bin ich spazieren gegangen und hab neben einem Schutthaufen ein paar Jungs spielen sehen und bin einfach hingegangen. Kickende Menschen ziehen mich einfach an, auch im Park, da hoffe ich immer, dass ein Ball zu mir rollt und ich mal einen Schuss machen kann“, sagt Martina Keller. Die äthiopischen Kids hätten sie gefragt ob sie mitspielen wolle, „und natürlich hab ich da mitgespielt und habe eben mal mitgespielt. Die 13, 14 Jahre alten Jungs haben mich 59jährige Frau ganz selbstverständlich mit einbezogen in ihr Spiel“, erinnert sie sich begeistert. Die meisten ohne Fußballschuhe und barfuß. Das sei das Wesen von Fußball: „Da kann jeder auf jedem Niveau mit einfachen Mitteln mitspielen.“

Heute ist Martina Keller 62, kickt immer noch aktiv in ihrem Hamburger Verein und hat zum Thema Frauenfußball eine klare Meinung: „Es wird zu wenig getan, Profifußballerinnen mehr in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken.“ Und: Der Deutsche Fußballbund sei viel zu männerlastig.

Hört unser Gespräch mit Martina Keller hier nach:

Viel Spaß beim Reinhören!

Foto: Hartmut Schwarzbach