Besinnliche Weihnachten trotz verschiedener Ansichten?

Die Frage nach der Impfung, nach Kontaktbeschränkungen oder nach der aktuellen Lage insgesamt sorgt in vielen Familien für konträre Ansichten, wenn diese das ganze Jahr über schon existieren, ist das Weihnachtsfest ein möglicher Auslöser für ein Familienstreit und birgt viel Diskussionspotenzial.

Aber müssen wir an Weihnachten wirklich dieses Thema besprechen? Nein, sagen Steffi Bahro und Janek Buchheim vom Brandenburgischen Institut für Gemeinwesenberatung. Mit der Aktion MITMENSCH – Beratung bei Konflikten im Zusammenhang mit Verschwörungserzählungen helfen sie Menschen, die mit Verschwörungsmythen im eigenen Umfeld konfrontiert sind.

Hier könnt ihr das Gespräch mit Steffi Bahro und Janek Buchheim anhören:

„Es wäre eine Illusion, zu glauben, dass man ausgerechnet an Weihnachten für dieses Problem eine Lösung finden wird“

Auch wenn Zusammenkünfte mit der Familie oft ein idealer Nährboden für Diskussionen sind, empfehlen Steffi Bahro und Janek Buchheim häufig, bereits im Vorfeld als Familie eine Vereinbarung zu treffen und spezielle Themen auszuklammern. Bereits im Vorabgespräch, in welchem Regelungen zur Kontaktbeschränkung geklärt werden, können auch inhaltliche Regeln und Grenzen vereinbart werden, um Diskussionen am Festtag zu vermeiden.

„Es gibt natürlich Themen, die ein Einschreiten und eine Widerrede verlangen“

Sollte es am Tag der Familienzusammenkunft trotz klar vereinbarter Grenzen zu Kommentaren oder menschenverachtenden Äußerungen kommen, empfehlen Steffi Bahro und Janek Buchheim, sich der persönlichen Grenzen bewusst zu sein und im Ernstfall klar und deutlich einzuschreiten, denn niemand muss menschenverachtende Äußerungen einfach hinnehmen.

Insbesondere wenn minderjährige Kinder anwesend sind, haben Erwachsene eine Verpflichtung, die Jüngeren vor menschenverachtendem Gedankengut zu schützen und klare Linien vorzugeben.

„Es hilft, in eindeutigen Ich-Botschaften zu kommunizieren“

Wenn wir in konflikthaften Situationen einschreiten müssen, helfen laut Janek Buchheim klare Ich-Botschaften, um zu zeigen, dass es sich nicht um Nacherzählungen, sondern um persönliche Betroffenheit handelt. Ein funktionierendes Modell zur Deeskalation ist zum Beispiel, die Äußerungen nochmals zu wiederholen („Du hast gerade gesagt, dass…) und dann zu äußern, was diese Aussage mit einem selbst gemacht hat („Ich fühle mich damit nicht wohl, das ist für mich eine rote Linie“). Natürlich muss jeder am Ende des Tages selbst entscheiden, was er bereit ist zu investieren und ob eine inhaltliche Auseinandersetzung nach dem Familienfest noch funktionieren kann.

Um an Weihnachten trotz verschiedener Ansichten zusammenzukommen und ein besinnliches Fest zu feiern, ist es aber vor allem wichtig, dass wir uns auf das konzentrieren, was uns verbindet und nicht auf das, was uns trennt. Egal welcher Meinung wir sind, Sticheleien oder kleine Provokationen in Richtung der Familienmitglieder bringen keine Seite weiter, wir können also alle unseren Teil dazu beitragen, dass das Fest harmonisch abläuft, auch wenn wir unterschiedliche Ansichten haben.

Vielen Dank, Steffi Bahro und Janek Buchheim!

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